top of page
Logo von Alena Ress Coaching

Vom Head of SDR zur Selbständigkeit als Coach. Do or don't?

  • Autorenbild: Alena Ress
    Alena Ress
  • 15. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Falls du mit dem Gedanken einer Selbstständigkeit liebäugelst und hoffst, hier eine gute, fundierte und rational sinnvolle Antwort auf diese Frage zu finden, muss ich dich leider entäuschen. Die ehrliche Antwort:


Ich weiß es nicht - noch nicht zumindest.

Heute bin ich knapp zweieinhalb Monate selbstständig. Für mich fühlt es sich ewig an und gleichzeitig sagt mir jede/r GründerIn, dass ein paar Monate im Businessaufbau gar nichts sind. Schon allein deshalb lässt sich die Frage nicht final beantworten - aber es gibt etwas, was ich definitiv erzählen kann, und zwar:


Wie sich dieser Schritt bisher für mich anfühlt.


Die Kurzversion in drei Vergleichen:

  1. Wie eine ziemlich lange, streckentechnisch noch unbekannte Rennrad-Ausfahrt ohne Fahrradcomputer.

  2. Das Gefühl, wenn du aus einer Ankleide trittst und die/ der VerkäuferIn total begeistert ist und du dich fragst, ob es wirklich so toll aussieht.

  3. Du sitzt bei deinem Lieblingsitaliener, weißt du hast Lust auf italienisch aber die Karte ist neu und du kannst dich nicht entscheiden.




Was das mit meiner Selbstständigkeit zu tun hat? Ich erkläre es dir.


Wie eine ziemlich lange, streckentechnisch noch unbekannte Rennrad-Ausfahrt ohne Fahrradcomputer.


Ich merke, es geht voran - habe aber keine Ahnung, wo ich auf der Strecke genau bin. Manchmal ist ein Anstieg so zäh, dass ich wirklich kaum noch treten kann und dann gibt es Passagen in denen es einfach rollt. Ich habe schon lange Touren gemacht und weiß, dass auch die richtige Versorgung und Energiemanagement entscheidend sind. Aber die Unwissenheit über den Streckenverlauf stellt mich trotzdem vor Herausforderungen und Überraschungen, an die man sich immer wieder neu anpassen muss. Pausen und Regeneration sind wichtig aber wann soll ich sie machen, wenn ich nicht weiß, was kommt? Den Fokus auf die eigene "Batterie" zu richten, statt im Außen nach dem richtigen Zeitpunkt zu suchen ist bei der neuen Flexibilität im Vergleich zu einem abgestimmten Urlaubskalender wichtiger geworden als je zuvor.


Und ich habe schon jetzt verstanden: Keine Sprintstrecke - also Ausdauer ist gefragt.


Das Gefühl, wenn du aus einer Ankleide trittst und die/ der VerkäuferIn total begeistert ist und du dich fragst, ob es wirklich so toll aussieht.


Plötzlich fehlt es an Menschen, die die exakt gleiche Vision und dasselbe Ziel verfolgen. Ich schätze meine Coworking-Gang, mein Umfeld, mein Netzwerk, FreundInnen und ehemalige KollegInnen sehr und freue mich täglich über die Unterstützung.


Aber so sehr sie alle supporten, es ist etwas anderes als früher in einem Team. Zu wissen, dass mein Kollege (nicht gegendert, denke hier an jemand bestimmten) jede meiner Ideen aus einem tiefsten eigenen Interesse konstruktiv challenged, weil er ein genauso großes Interesse daran hat, dass die Idee erfolgreich wird - genau das und diese Einordnung fehlt mir oft. Positives Feedback geben die Menschen gerne, richtig konstruktives muss man sich neu erarbeiten.



Du sitzt bei deinem Lieblingsitaliener, weißt du hast Lust auf italienisch aber die Karte ist neu und du kannst dich nicht entscheiden.


Ich kenne die Richtung und weiß zum Glück, dass sie mir "schmeckt" – aber es gibt so viele Abzweigungen, Chancen und Möglichkeiten. Wird es Pasta oder Pizza?


Ich habe Bilder angeschaut, Rezensionen gelesen, mit anderen gesprochen. Irgendwann hilft das alles nicht mehr weiter – dann muss man bestellen und probieren. Das weiß ich. Jedes Ausprobieren bringt mich weiter, bringt Klarheit, bringt Positionierung.


Aber die Frage, die mich wirklich beschäftigt: Wann weiß ich, ob es nicht schmeckt – oder ob ich einfach noch nicht lange genug gegessen habe?



Was ich hier beschreibe, ist keine exklusive Gründungs-Realität. Neue Orientierung in Bewegung finden, Strukturen schaffen die wirklich zu dir passen, einen Blumenstrauß an Möglichkeiten nutzen ohne sich darin zu verlieren – das begegnet mir auch täglich in meinen Coachings. Bei Führungskräften. Bei AthletInnen. Bei Menschen, die einfach beides wollen:


Leisten. Und sich dabei gut fühlen.

Genau das ist der Kern meiner Arbeit – und er wächst gerade, weil ich ihn selbst lebe.


 
 
 

Kommentare


bottom of page